So versteuern Sie Kryptowährungen wie Bitcoin oder Etherum mit einer Steuersoftware

Bitcoin, Etherum & Co: Kryptowährungen in der Steuererklärung

Einkommensteuererklärung und Kryptowährungen - ein wichtiges Thema. Denn egal ob Bitcoin, Ethereum oder IOTA, der Handel mit Kryptowährungen ist grundsätzlich erstmal steuerpflichtig. Das Finanzamt interessiert sich in jedem Fall für Ihren Geschäfte mit der virtuellen Währung.

Für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, sind Kryptowährungen wie Bitcoins virtuelle Währungen als Rechnungseinheiten eingestuft. Damit sind Kryptowährungen nicht als gesetzliches Zahlungsmittel zu sehen, sondern eher mit Devisen vergleichbar. Aus Sicht der Steuer bedeutet es also, dass Kryptogeld als privates Geld eingestuft wird.

Handel mit Bitcoins und Altcoins sind private Veräußerungsgeschäfte

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Der Handel mit virtuellen Währungen wie Bitcoin, Etherum IOTA, Onecoin, aber auch mit Ripple oder Litecoin wird steuerlich zu privaten Veräußerungs- bzw. Spekulationsgeschäften eingestuft. Wer daher über eine Handelsplattform Bitcoins in Euro umtauscht und damit einen sogenannten Veräußerungsgewinn erzielt, muss möglicherweise Steuern zahlen. Entscheidend hierfür ist das Datum der Anschaffung der digitalen Währung. Es gibt zwei Szenarien:

Haltefrist von mehr als einem Jahr ist steuerfrei

Haben Sie die Coins vor mehr als einem Jahr gekauft, ist die Sache klar – Ihre Veräußerungsgewinne sind steuerfrei. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Erzielen Sie mit Ihrer virtuelle Währungen Zinsen, wird nicht nur die Abgeltungssteuer für die Zinsen fällig, sondern es erhöht sich auch die sogenannte Spekulationsfrist von einem auf zehn Jahre.

Haltefrist von weniger als einem Jahr ist steuerpflichtig

Wer die Coins nur wenige Monate hält und sie dann mit Gewinn veräußert oder tauscht, der muss den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Es gibt allerdings auch eine Freigrenze, die beim Sparen hilft. Denn private Veräußerungsgeschäfte bleiben bis zu einer Freigrenze von 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Die Freigrenze sollte nicht mit dem Freibetrag verwechselt werden. Wer auch nur einen Euro über der Freigrenze liegt, der muss seinen kompletten Veräußerungsgewinn versteuern.

Fifo-Methode um den Gewinn zu ermitteln

Der Veräußerungsgewinn berechnet sich aus der Differenz aus dem erzielten Verkaufspreis und dem Einkaufspreis der Coins. Da Kryptowährungen wie Aktien Kursschwankungen unterliegen, stellt sich die folgende Frage: Welche Reihenfolge der Ein- und Verkäufe muss eingehalten werden? Bei Bitcoins und Altcoins kommt grundsätzlich die sogenannte Fifo-Methode zum Tragen. Fifo steht für „first in - first out“ und bedeutet, dass man im Falle von Bitcoins die zuerst gekauften mit den zuerst verkauften verrechnet. Wir empfehlen daher, alle Bitcoin-Geschäfte, die Sie tätigen, ganz genau zu dokumentieren. So können Sie im Zweifelsfall dem Finanzamt genaue Nachweise liefern.

Verluste mit Kryptowährungen können verrechnet werden

Auch Verluste aus dem Handel mit Kryptowährungen können gegengerechnet werden – entweder mit Gewinnen aus dem Vorjahr oder dank Verlustvortrag mit künftigen Gewinnen. Es gilt jedoch: Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften können auch nur mit solchen Gewinnen verrechnet werden, nicht jedoch zum Beispiel mit Gewinnen aus Aktiengeschäften.

So tragen Sie die virtuellen Währungen in die Steuererklärung ein

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Ihren Veräußerungsgewinn aus dem Bitcoin Handel tragen Sie in der Anlage SO (Sonstige Einkünfte) ein. Auch dann, wenn Ihre Gewinne unter der Freigrenze von 600 Euro liegen. Denn das Finanzamt muss zuerst offiziell die Steuerfreiheit feststellen.

Beim Testsieger WISO Steuer:Sparbuch 2019 können unter dem Punkt "private Veräußerungsgeschäfte", dann "andere Wirtschaftsgüter" die Kryptowährungen eintragen werden. Man setzt zuerst das Kauf- und Verkaufsdatum ein. Die Software erkennt ob die Haltedauer kürzer als ein Jahr ist und öffnet dabei weitere Felder in die man Verkaufspreis, Aufwendungen, Kaufpreis und Nebenkosten einträgt. Das Feld Gewinn wird dann von WISO Steuer:Sparbuch 2019 automatisch berechnet. Sollte die Haltefrist länger als ein Jahr sein dann sind die Felder ausgegraut und man kann keine Beträge eingeben. Darunter erscheint dann die Information "Das Veräußerungsgeschäft ist nicht steuerpflichtig."

Bei ICOs und weiteren Investitionen Besteuerung noch nicht final geklärt

Zusätzlich zum klassischen Handel mit Kryptowährungen entstehen gerade viele weitere Investitionsmöglichkeiten rund um die Bitcoins und Altcoins. Eine dieser Möglichkeiten ist das sogenannte Initial Coin Offering, kurz ICO. Firmen, deren Geschäftsmodell auf einer Blockchain Technologie basiert, nutzen das ICO als eine Art Finanzierung (Crowdfunding). Letztlich wird bei einem ICO ein Teil einer neu emittierten Kryptowährung an Anleger entweder gegen eine staatliche Währung oder Coins verkauft. So können Kryptowährungs-Firmen neues Kapital aufbauen. Haben Sie sich als Anleger an einem ICO beteiligt und zum Beispiel Bitcoins verliehen, wird es mit der Steuererklärung deutlich komplizierter. Denn bisher gibt es von Seiten der Finanzverwaltung noch keine offizielle Stellungnahme zur Besteuerung dieser Investitionen. Das Finanzamt wird dementsprechend aktuell jeden Fall individuell prüfen.

Einnahmen aus Mining und Cloudmining

Neben dem klassischen Kauf des Kryptogeldes auf entsprechenden Online-Marktplätzen, können die virtuellen Währungen durch das sogenannte Mining verdient werden. Beim Mining, also dem Schürfen, muss der Computer des Anwenders schwierige mathematische Gleichungen lösen. Durch diesen Prozess entsteht neues virtuelles Geld. Wer durch das Erzeugen von Bitcoins Gewinne erzielt, hat gewerbliche Einkünfte. Beim Cloudmining – man schürft also nicht selbst, sondern lässt schürfen – kommt es bei der Besteuerung auf die genaue vertragliche Ausgestaltung mit dem Cloudmining-Dienstleister an. Das Finanzamt prüft auch hier jeden Einzelfall individuell.

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